Besuch im Dorf

Wie so oft hier werden Pläne immer wieder geändert und spontane, unerwartete Dinge sind an der Tagesordnung. So auch unser Besuch in einem Dorf letzte Woche. Unser Nachbar kam abends vorbei und meinte, dass der geplante Besuch in seinem Heimatdorf vorgezogen wird und wir schon am nächsten Tag aufbrechen werden.
Wir nickten und antworteten: „Kein Problem, wir sind bereit“. Und so machten wir uns am nächsten Tag auf ins Dorf.
2,5 Stunden Autofahrt lagen vor uns. Es gibt verschiedene Möglichkeiten hier in Sambia von A nach B zu kommen. Eine davon ist: Man geht an einen bestimmten Platz in der Stadt, dort treffen sich alle privaten Leute die irgendwo hinfahren und hoffen ihr Auto voll zu bekommen um sich so noch etwas Geld dazu zu verdienen.
An diesem Sammelplatz angekommen haben wir auch schnell ein Auto gefunden, dass in unsere Richtung fuhr. Nach kurzer Verhandlung über den Preis ging es dann los.

Im Dorf angekommen wurden wir von Mulengas Mutter und den Geschwistern, die schon lange auf diesen Tag gewartet haben, herzlich begrüßet . Alle Nachbarn kamen nach und nach um Mulenga plus seine Familie zu sehen und natürlich auch die zwei Bleichgesichter, die mitgekommen waren (also wir). Wenn man so einen Besuch macht, wird auch erwartet das man Geschenke mitbringt, so waren wir gut bepackt angekommen hatten eine dicke Decke dabei (die kalte Jahreszeit steht vor der Türe) ein Huhn im Gepäck und viele andere meist essbare Dinge. Nicht lange nach unserer Ankunft gab es dann auch schon Mittagessen. Auch einige Nachbarn haben etwas zu essen vorbeigebracht, das gehört sich wohl so wenn großer Besuch kommt.

Wir saßen zusammen haben gegessen, viel gelacht und uns ausgetauscht. Nach dem Essen soll man sich natürlich erst einmal ausruhen das ist auch in Sambia nicht anders. Und so hat die Frau des Hauses die Bambusmatten unter dem Mangobaum ausgebreitet, wo wir uns dann erst einmal für eine Stunde niedergelassen haben. Immer wieder kamen Leute vorbei, die uns begrüßten und natürlich auch alte Freunde von Mulenga, die ihn mal wiedersehen wollten.

In so einem Dorf ist natürlich nicht alles toll und so haben wir auch die Schattenseiten des Dorflebens hautnah mitbekommen. Viele aus dem Dorf haben keine große Perspektive in ihrem Leben und verfallen dem Alkohol. Aus versch. Früchten und Mais brauen manche eine Art Bier und verkaufen es dann an ihren Häusern. Um so tiefer die Sonne steht um so mehr Menschen sind im Dorf betrunken und torkeln umher. Eine Frau konnte selbst nicht mehr laufen und musste von ihren Freundinnen nach Hause getragen werden.

Außerdem ist HIV/AIDS immer noch ein großes Problem in Sambia. Ca. 17% der Bevölkerung ist HIV-positiv, so auch ein Cousin von Mulenge den wir Zuhause besucht haben. Als wir seine Hütte erreicht hatten, fanden wir ihn hustend in seinem Bett liegen. Er nahm all seine Kraft zusammen und hat sich mit uns vor die Hütte gesetzt. Nachdem wir etwas geredet hatten, haben wir ihn ermutigt und noch für ihn gebetet, dann sind wir weitergezogen um noch andere Menschen zu besuchen.

Wenn es Nacht wird, wird es im Dorf auch wirklich dunkel, es gibt hier keinen Strom und so richtet sich das Leben hier wirklich noch nach der Sonne. Ist es dunkel geht man ins Bett und steht kurz vor Sonnenaufgang wieder auf.

Und hier noch ein paar Bilder….

 

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