Die Schlange

 

Vor kurzem war es wieder soweit. Es war Sonntag und wir hatten uns vorgenommen eine weitere entlegene Gemeinde im Hinterland von Mpika zu besuchen, um den Menschen dort eine Ermutigung zu sein. Es machen sich nicht viel Menschen auf den Weg in die Dörfer hier im Umland. Zu abgelegen. Zu schlechte Straßen die dort hinführen. Und so ist es immer etwas Besonderes für unsere Brüder und Schwestern Besuch zu bekommen.

Wer mich (Manu) kennt, der weiß, dass für mich das beste Verkehrsmittel schon immer mein Fahrrad war. Und so ist dieses Fahrzeug auch hier bestens geeignet solche Dörfer zu erreichen.

Ehrlich gesagt hatten wir die Tour etwas unterschätzt und es war weiter als wir gedacht hatten und vor allem die vielen Höhenmeter die wir machen mussten waren nicht ohne. Insgesamt waren es ca. 60 km über Stock und Stein mit ungefähr 500 Höhenmeter und das ganze bei Hitze und brennender Sonne.

Und so machten wir uns nach dem Gottesdienst und einer guten Stärkung der Frauen aus dem Dorf auch schon bald wieder auf den Heimweg. Wir hatten noch ein gutes Stück vor uns und wollten nicht in die Nacht kommen.

Um diese Jahreszeit, gegen Ende der Regenzeit sind Büsche und vor allem das Graß meterhoch und so ist es oft nicht einfach den Weg zu erkennen und damit auch die Gefahren die rechts und links im hohen Gebüsch lauern.

Und das bekamen wir hautnah zu spüren. Es war mal wieder eine dieser Stellen an denen das Gras sehr hoch war und der Weg schmal. Auf einmal schaute mich Mulenga mit großen Augen an und sagte: „Hast du gesehen über was du gerade mit deinem Fahrrad gefahren bist“? „Nein“ sagte ich, aber an seinem Gesicht konnte ich sehen, dass es etwas Gefährliches gewesen sein muss. „Du bist gerade im Schritttempo über eine schwarze Mamba gefahren und die Schlange hatte sich schon zum Angriff aufgestellt“. Wir hielten an und blickten zurück. Tatsächlich, die Schlange war noch immer auf dem Weg, etwa 6 Meter hinter uns. In dem Moment gingen mir viele Gedanken durch den Kopf… was wäre gewesen, wenn… Wir waren zu diesem Zeitpunkt noch fast 30km von der Nächsten Straße entfernt und noch viel weiter vom nächsten Krankenhaus. Nein, sagte ich zu mir selbst, darüber soll man am besten gar nicht nachdenken. Es war Gott der uns vor dieser Schlange bewahrt hat und der immer noch die Macht hat allen Tieren denen er will das Maul zu zuhalten. Und so tat er es bei dieser Schlange auch. Wir waren dankbar für diese Bewahrung aber geleichzeitig spürte ich auch wie mein Adrenalinspiegel im Blut langsam nach oben stieg.

Einige Kilometer weiter machten wir eine kleine Pause und dabei kam uns der Vers aus Lukas 10,19

„Es ist wahr, ich habe euch Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten und die ganze Macht des Feindes zu überwinden, und nichts wird euch schaden können.“

Wenn wir mit Gott unterwegs sind können wir getrost sein. Am Ende des Tages kamen wir sicher und erschöpft zuhause an. Dankbar für das, was wir an diesem Tag erleben durften.

Auf der Tour waren dabei: Carmen, Mulenga und Manuel

 

3 comments

  1. Hallo Ihr lieben Septs,

    ich finde es genial, dass Ihr Euch immer wieder in die fernen Dörfer aufmacht. Es ist auch schön- und spitze, wie Ihr vor der Schlange bewahrt worden seid. God is good- ALL THE TIME!!!
    Super, dass Ihr euren „Blog“ echt pflegt, so bekommt man immer wieder Neues mit- und ich bete dann wieder leichter und intensiver für Euch und Eure Arbeit mit- Seid gaaaaaaaaaaaanz herzlich gegrüßt,
    Eure Birgitte

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